K' Kino: Die Tödliche Doris

25.06.2020 –
01.07.2020

 

Im Tanz wird ein Versprechen auf Freiheit offenbar. Der Körper emanzipiert sich durch die Bewegung von äußerer Einengung und von Zwang. Er zeigt und wehrt sich, er erweitert seinen Handlungsrahmen. Man spricht vom "aus der Reihe tanzen", Marx sprach davon, "die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen". Meist ist eine solche befreiende Bewegung ebenfalls gewaltförmig. Manchmal richtet man dabei die Gewalt sogar gegen sich selbst. Die Emanzipation von Einengung und Zwang wird in einer gewaltvollen Bewegung realisiert. Dies muss in einem gesellschaftlichen Sinne verstanden werden. In der Kunst vollzieht sich dies zunächst formal, sei es bei einer gemalten Fläche oder der gezogenen Linie, die unkontrolliert ausbricht, sei es bei einer Schrittfolge, die zum Verlassen eines Raumes führt.

 

Die Tödlichen Doris: Editionen.